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  Gedächtnis des Weines - Foto: Antonio SeidemannTeatro de los Sentidos - Faden der Ariadne















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Teatro de los Sentidos

Theater der Sinne

Das  Teatro de los Sentidos erforscht unter der Leitung von Enrique  Vargas die Dramaturgie der Sinnensprache. Diese Suche hat ihre Ziele  erreicht wenn die Beziehung zwischen Künstler, Werk und  Publikum die räumliche Grenze niederreißt, die sie  voneinander trennt. Ein zentrales Element, um dieses Ziel zu  erreichen, ist das Spiel.

„Das  Spiel ist eine freiwillige Tätigkeit, die innerhalb zeitlicher  und räumlicher Grenzen abläuft, welche bestimmt sind durch  frei angenommene aber unverzichtbare Regeln. Eine Tätigkeit,  die selbst ihr letztes Ziel bildet, und begleitet wird von einem  Gefühl der Anspannung und Freude sowie vom Bewusstsein ,anders zu sein’ als im alltäglichen Leben.“ (aus "Homo  Ludens“ von Johan Huiznga, 1938)

Das  Spiel steht auch stets im Zentrum der Arbeit beim Teatro de los  Sentidos. Was verspielt wirkt, ist natürlich gut vorbereitet.  Die renommierte Compagnie stützt sich auf verschiedene Pfeiler:  die Forschung, die internationale Zusammensetzung der Mitglieder,  der Sitz in Spanien, konkrete dramaturgische Ziele, Workshops und  der eigentliche innere Prozess der jeweiligen Stücke. Teatro de  los Sentidos hat sich längst vom traditionellen Theater-Konzept  entfernt. Das Ziel ist das Forschen und Suchen, nicht das Finden von  Lösungen oder Formeln. Entscheidend ist dabei die Sprache der  Sinne, eine Begegnung mit der vergessenen eigenen Vorstellungskraft.  Das erreicht die Compagnie, indem sie das ist Sichtbare beiseite  lässt und das "Nicht-Gesehene“ zum zentralen Thema  macht. Die Arbeit jedoch, die zum Aufbau von Installationen oder  Bühnenwerken führt, basiert stets auf dem Konzept des  Spieles.
Gegründet  wurde Teatro de los Sentidos von Enrique Vargas. Geboren 1940 in  Manizales (Kolumbien), studierte er zunächst in Bogotà  an der Escuela Nacional de Arte Dramàtico. Zwischen 1960 und  1965 setzt er seine Ausbildung zum Theater-Anthropologen in Michigan  (USA) fort. Von 1966 bis 1972 steht er in New York den  Theater-Projekten La Mamma und Gut Theatre vor. Bis 1974 forscht er  im Zentral-Theater in Prag zum Thema "Animation des Objektes“.
1974  begann dann die Auseinandersetzung mit der Beziehung zwischen  Theater und den Riten und Mythen der Eingeborenen im Gebiet des  Amazonas in Kolumbien. Gleichzeitig gründet er ein  Forschungslabor für sinnliche Wahrnehmung.
Seit  1994 arbeitet Enrique Vargas vor allem in Europa mit Sitz in  Spanien, zunächst bei Madrid, jetzt in Barcelona. Neben anderen  Stücken entstand die Labyrinth-Trilogie mit den Stücken  "Der Faden der Ariadne“, "Oràculos“ und "Das Gedächtnis des Weines“. Derzeit wird an einem Stück zu Hans Christian Andersen gearbeitet.
Im  Laufe seiner Karriere konnte Enrique Vargas bereits mehrere Preise  entgegennehmen. Unter anderem den National Drama Prize von  Kolumbien, den Tucán de Oro des Iberoamerikanischen  Theaterfestivals in Cádiz, den Kritikerpreis beim World  Theatre Festival of the Nation in Santiago de Chile sowie die  Auszeichnung der UNESCO während des Iberoamerikanischen Theaterfestivals von Bogotá.