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Teatro de los Sentidos
Theater der Sinne
Das Teatro de los Sentidos erforscht unter der Leitung von Enrique Vargas die Dramaturgie der Sinnensprache. Diese Suche hat ihre Ziele erreicht wenn die Beziehung zwischen Künstler, Werk und Publikum die räumliche Grenze niederreißt, die sie voneinander trennt. Ein zentrales Element, um dieses Ziel zu erreichen, ist das Spiel. „Das
Spiel ist eine freiwillige Tätigkeit, die innerhalb zeitlicher
und räumlicher Grenzen abläuft, welche bestimmt sind durch frei
angenommene aber unverzichtbare Regeln. Eine Tätigkeit, die
selbst ihr letztes Ziel bildet, und begleitet wird von einem
Gefühl der Anspannung und Freude sowie vom Bewusstsein ,anders zu sein’
als im alltäglichen Leben.“ (aus "Homo Ludens“ von Johan Huiznga,
1938)
Das
Spiel steht auch stets im Zentrum der Arbeit beim Teatro de los
Sentidos. Was verspielt wirkt, ist natürlich gut vorbereitet. Die
renommierte Compagnie stützt sich auf verschiedene Pfeiler: die
Forschung, die internationale Zusammensetzung der Mitglieder, der
Sitz in Spanien, konkrete dramaturgische Ziele, Workshops und der
eigentliche innere Prozess der jeweiligen Stücke. Teatro de los
Sentidos hat sich längst vom traditionellen Theater-Konzept
entfernt. Das Ziel ist das Forschen und Suchen, nicht das Finden
von Lösungen oder Formeln. Entscheidend ist dabei die Sprache
der Sinne, eine Begegnung mit der vergessenen eigenen
Vorstellungskraft. Das erreicht die Compagnie, indem sie das ist
Sichtbare beiseite lässt und das "Nicht-Gesehene“ zum zentralen
Thema macht. Die Arbeit jedoch, die zum Aufbau von Installationen
oder Bühnenwerken führt, basiert stets auf dem Konzept des
Spieles. Gegründet wurde Teatro de los Sentidos von Enrique Vargas. Geboren 1940 in Manizales (Kolumbien), studierte er zunächst in Bogotà an der Escuela Nacional de Arte Dramàtico. Zwischen 1960 und 1965 setzt er seine Ausbildung zum Theater-Anthropologen in Michigan (USA) fort. Von 1966 bis 1972 steht er in New York den Theater-Projekten La Mamma und Gut Theatre vor. Bis 1974 forscht er im Zentral-Theater in Prag zum Thema "Animation des Objektes“. 1974 begann dann die Auseinandersetzung mit der Beziehung zwischen Theater und den Riten und Mythen der Eingeborenen im Gebiet des Amazonas in Kolumbien. Gleichzeitig gründet er ein Forschungslabor für sinnliche Wahrnehmung. Seit 1994 arbeitet Enrique Vargas vor allem in Europa mit Sitz in Spanien, zunächst bei Madrid, jetzt in Barcelona. Neben anderen Stücken entstand die Labyrinth-Trilogie mit den Stücken "Der Faden der Ariadne“, "Oràculos“ und "Das Gedächtnis des Weines“. Derzeit wird an einem Stück zu Hans Christian Andersen gearbeitet. Im Laufe seiner Karriere konnte Enrique Vargas bereits mehrere Preise entgegennehmen. Unter anderem den National Drama Prize von Kolumbien, den Tucán de Oro des Iberoamerikanischen Theaterfestivals in Cádiz, den Kritikerpreis beim World Theatre Festival of the Nation in Santiago de Chile sowie die Auszeichnung der UNESCO während des Iberoamerikanischen Theaterfestivals von Bogotá. |