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Weltlabyrinth
.....ist das neue Projekt zweier in Italien bestens bekannter Künstler: Percussionist Tonj Acquaviva und Sängerin Rosie Wiederkehr haben sich mit der Elektronik-Ethno-Formation Agricantus einen festen Platz in der musikalischen Szene des mediterranen Landes erspielt. Mit Welt Labyrinth gehen sie einen Schritt weiter. Geboren als Klangreise durch die Widersprüche unserer Gesellschaft, wird Welt Labyrinth durch die kulturellen Vermischungen und deren ethnischen, religiösen, politischen wie kulturellen Hintergrund inspiriert. Das neue Projekt des Sizilianers und der gebürtigen Schweizerin mit der herausragenden Stimme lässt sich vielleicht am besten als audiovisuelle, “ambientexperimentelle” Melange beschreiben. Eine Mischung, in der Rhythmen, Klänge und Stimmen aus verschiedensten Ländern unserer Erde miteinander verschmelzen, im Pulsschlag der Industrie. Dies Labyrinth an Klängen bietet Raum; für die unendlichen Möglichkeiten des Hörens, die unendliche Vielzahl möglicher Wegstrecken - ohne sich der Verschiedenheit zu verschließen. Im Gegensatz zu Agricantus, die sich über die Begegnung zwischen Ethno und Elektronik identifizieren, öffnet sich Welt Labyrinth auch der Kraft der Bilder. Bei der Performance wirkt Percussionistin Laura Inserra mit, die seit Jahren mit bekannten zeitgenössischen Künstlern arbeitet und dem Experimentellen nicht zuletzt deshalb sehr aufgeschlossen ist. Welt Labyrinth ist eine Fusion der Rhythmen, Klänge und Stimmen, die Rosie Wiederkehr und Tonj Acquaviva auf ihren Reisen durch die Welt gesammelt und im Takt der Industrie gemischt haben. Manchmal wirken diese Klänge beunruhigend, manchmal wie gehaucht; immer sind sie Startpunkt jener Suche, die im Chaos des Lebens und der Gleichzeitigkeit der Ereignisse beginnt. Eine Gleichzeitigkeit, die mit Hilfe der modernen Kommunikationsmittel den gesamten Planten wie ein labyrinthisches Spinnennetz umzieht. In unseren Kopfhörern ist die reale Welt zu finden wie die geträumte, die Schlange an der Supermarktkasse wie Yin und Yang oder technologische Suk, die die Nacht erleuchten - eine sich wandelnde Welt....in Windeln. Mythologisch gesehen ist das Labyrinth ein Spiel um Zeit und Raum, eine schwierige, aber notwendige Reise, an deren Ende die Begegnung mit dem Monster, dem Minotaurus, steht. Auch unser Sein, in einer immer frenetischeren und übervölkerten Welt, ist bestimmt von solchen Konflikten. Das Labyrinth steht auch für die Reise in die eigene Psyche, ein innerer Weg hinein in eine Welt, die vom Übermaß an Möglichkeiten besessen ist. Den Weg zu finden, wird immer schwieriger, aber sich zu verlieren – man weiß es – ist auch ein Sich-Wiederfinden. Welt Labyrinth traf auf seinem labyrinthischen Parcours regelmäßig auf andere Kunstformen. Wie bei IM-MEDIA mit einer Arbeit des visuellen Künstlers Emilio Leofreddi, bei der die Personen sich in den Tiefen eines Raums wieder finden, bestehend aus einer virtuellen Straße, an deren Seiten bearbeitete Werbeplakate wie Videobilder aus dem Leben einer Metropole auftauchen und über die Manipulation städtischen Verkehrs entstandene Musik zu hören ist. Wegstrecken zwischen Raserei und erzwungener Reflektion. In seinem Folgeprojekt im römischen Palazzo delle Esposizioni zum Thema “Pietà” schlug Emilio die “Pietà” von Michelangelo (natürlich eine Kopie!) mit einem Hammer in Stücke, während zeitgleich die Lautsprecher eine Musik ausspuckten, die – ausgehend von dadaistischen Texten – dieses Konzept auf Klangesebene ausweitete. Mit der kanadischen Fotografin Sheila McKinnon sind Aquaviva und Wiederkehr “unter den Schädel” gezogen; im Rahmen einer Arbeit über die Manipulation des menschlichen Hirns durch Teile der Medien. Die Musik zum Video “Reciprocites” der französischen Fotografin Claire Angelini stellte sich als Spiel mit dem Raum als Verl¦ngerung des Seins dar. Die Begegnung mit anderen Kunstformen geht weiter, so mit der Malerin Daniela Papadia, eine multimediale Künstlerin, über das Video “Sospesi” (Hängend/Schwebend) sowie mit Roms Universität La Sapienza über eine Videoserie, die während der Performances von Welt Labyrinth den visuellen Hintergrund zu den musikalischen Darbietungen Wiederkehrs, Acquavivas und Inserras bildet. Sicher ist dabei eins: Ausgangspunkt ist das Spiel. Ohne dieses wäre alles sehr langweilig.. |